Der Schweizer Markt für Fertigteilhäuser litt in den vergangenen Jahren stark unter den Folgen des Frankenschocks. 2015 sank die Anzahl der errichteten Wohneinheiten am Fertigteilhaussektor auf 1724 (2014: 1734). Der Umsatz der Branche fiel um 0.1 Prozent auf 720 Millionen CHF, wie eine Studie von Interconnection Consulting zeigte.

2018 hat die Fertighausbranche wieder Fahrt aufgenommen.

Nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses, durch die Schweizer Nationalbank (SNB) hatte der starke Franken die Schweizer Wirtschaft massiv im Würgegriff. Das Schweizer BIP-Wachstum fiel 2015 erstmals seit Jahren unter den EU-Durchschnitt. Auch die Bauwirtschaft musste starke Einbussen in Kauf nehmen.

Sowohl die Baugenehmigungen (-3.9%), als auch die Gebäudefertigstellungen (-2.3%) gingen im Vorjahr empfindlich zurück.

Neben der stotternden Konjunktur gab es auch bauinterne Gründe, die der Bauwirtschaft zusetzen. So führte ein Volksentscheid im Jahre 2013 dazu, dass nur noch 20% aller Häuser und Wohnungen in den Urlaubsgebieten als Zweitwohnsitze genutzt werden dürfen. Daher durften viele Gemeinden keine neuen Zweitwohnsitze mehr genehmigen.

Ein Umstand der vor allem den Fertighausproduzenten schadete, da der Markt für Zweitwohnsitze ein wichtiges Absatzsegment für die Branche darstellte.

Paradigmenwechsel gefordert

Der Boom beim Bau von Zweitwohnsitzen in den letzten 20 Jahren verringerte das ohnehin knappe Angebot an Baugründen weiter, was die Immobilienpreise extrem steigen liess. Wohnungen werden im Vergleich zu Häusern immer günstiger. „Die Folge dieser Entwicklung wird die gesteigerte Nachfrage nach mehrgeschossigen Wohnbauten sein“, meint Neva Rukonic, Autorin der Studie. Dies stellt eine Herausforderung für die Fertighausbranche dar, welche sich traditionell auf den Bau von Ein- und Zweifamilienhäuser konzentriert.

Zwar stieg der Anteil des mehrgeschossigen Wohnbaus im letzten Jahr nur um 0.2% auf 8.5%, jedoch ist mit stärkeren Wachstumsraten in den nächsten Jahren in diesem Segment zu rechnen.

Der Marktanteil am Ein- und Zweifamilienhausbau ist in der Schweiz, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, relativ gering (19.3%) und soll, laut Interconnection Studie, in den nächsten Jahren ebenfalls leicht ansteigen.

Riegelbauweise und nachhaltiges Bauen im Trend

In der Schweiz wird praktisch jedes Fertighaus in Riegelbauweise errichtet (94.4%). Diese Bauweise basiert auf Holz und ist so ein Gegenpunkt zur klassischen Massivbauweise, die im Fertighausbereich in der Schweiz kaum Verwendung findet (5.6%). Ein starker Trend ist Energieeffizienz. Eine grössere Rolle als die Passivhäuser, die nur 4.9% des Marktvolumens ausmachen, spielen hingegen die Minergie-Standards. Firmen fokussieren sich dabei auf ein leistbares allumfassendes Energiekonzept.

Zusätzlich geht der Trend im Fertighausbau weiter in Richtung höherer Preisklassen.

Mittlerweile kosten 61.5% aller Fertighäuser über 400‘000 CHF.

Als Niedrigenergiehäuser gelten Häuser, deren Energieverbrauch bei max. 50kWh/m2. Bei Passivhäusern liegt dieser Wert unter 15 kWh/m².

Marktkonzentration steigt weiter

Die Marktkonzentration der Top 10 Player nahm 2015 weiter zu und erhöhte sich um 4.5% auf 39.5%. Auch wenn vermehrt Firmen aus dem Ausland versuchen am Schweizer Markt Fuss zu fassen, scheitern viele an den regionalen Gegebenheiten: „Die Kantone führen unterschiedliche Bauvorschriften – klarer Vorteil für regionale Firmen“, erklärt Rukonic abschliessend.

Source: Interconnection Consulting

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Geschrieben von Learning Evolution.com

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